Planungen für Respekt und Mut 2020/21


Trotz der beginnenden Lockerungen können wir noch nicht einschätzen, welche Corona-Einschränkungen nach dem Sommer noch wirksam sind. Auch wenn gottlob die Museen wieder geöffnet sind, haben viele Kulturinstitutionen und Bildungseinrichtungen angekündigt ihre Veranstaltungen erst ab September wieder anzubieten. Respekt und Mut möchte sich dem anschließen und hofft vorsichtig optimistisch ab September wieder ein Programm mit vielen interessanten Veranstaltungen und interkulturellen Beiträgen anzubieten. Die Kooperationspartner hatten Ende Januar 2020 einige bemerkenswerte Vorhaben angekündigt, die wir in einem ersten Überblick nachfolgend vorstellen.

Es ist selbstverständlich, dass jede Institution und Organisation, die mit der Respekt-und-Mut-Programmgemeinschaft verbunden ist, eigenverantwortlich entscheidet, in welcher Art und welchem Umfang sie Veranstaltungen durchführen kann und welche sie davon in unserem gemeinsamen Programm anbieten möchte. Die jeweiligen Veranstaltungen werden sicherlich von einem hohen Hygiene- und Anmeldemanagement geprägt sein und höchstwahrscheinlich von weniger und weit auseinandersitzenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht werden können, aber das kann der geistigen Konzentration ja durchaus dienlich sein. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind nötig, um den Schutz der Besucher- und Mitarbeiter-innen zu gewährleisten und das Corona-Virus somit zum Wohl der Gesundheit aller weiter einzudämmen.

Wir werden in den nächsten Wochen sehen können, was möglich ist. Wir hoffen, dass unser gemeinsames Programm, vielleicht mit leichten quantitativen Minderungen, genauso interessant und vielfältig ist wie in den vergangen 20 Jahren.
Sollte sich die Lage nicht bessern und die Corona-bedingten Einschränkungen evtl. sogar verschärft werden müssen, dann versuchen wir eine Art Respekt-und-Mut-Programm light herauszugeben, das den Focus auf unsere Intentionen legt und das, was uns zusammenhält. Im Bedarfsfall werden wir versuchen, Veranstaltungen entweder zu verschieben oder später erneut anzubieten.

So oder so werden wir dieses besondere Jahr in Erinnerung behalten, das gleichzeitig auch unser Jubiläumsjahr ist. Über so manch bemerkenswerte Zeitläufte hinweg haben wir uns stetig und unverdrossen bemüht, der interkulturellen Vielfalt in Düsseldorf eine Heimat geben. Dafür haben wir seit 20 Jahren mit wachsendem Erfolg unseren Beitrag geleistet, seien wir zuversichtlich dies auch noch in den nächsten 20 Jahren zu tun!

Hier nun die Übersicht:

Respekt und Mut/Düsseldorfer Appell planen als Alternative zum Jubiläumsfest, was wir aus Gründen der Sicherheit und der Möglichkeit eines großen Kreises von Freundinnen und Freunden auf das Frühjahr 2021 verschieben werden, einige besondere Formen, um es in diesem Jahr zu würdigen. Lasst euch überraschen!
Des Weiteren laden wir mit der VHS und Caritas im Oktober Alice Hasters ein, die darüber spricht, „was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“. Ebenfalls im Oktober möchten wir mit der Diakonie unsere Zivilcourageworkshops durchführen und im November Peter Maxwills „Berichte aus einem gespaltenen Land - Reise zum Riss“ verfolgen. GHH und RuM/DA hoffen, dass wir Illko-Sascha Kowalczuks Lesung aus seinem Buch „Von der Revolution zur Übernahme“ vom letzten Jahr nun zum 30. Jahrestag der deutschen Einheit nachholen können. Einiges über „Antisemitische Agitation und Gewalt in der Geschichte der Bundesrepublik“ werden wir im Herbst von Niklas Krawinkel erfahren und ebenfalls mit der CJG bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium im Dezember eine Veranstaltung zum Rechtsterrorismus in diesem gefährdeten Land an. Gemeinsam mit Mosaik und der IG Metall haben wir vor, im nächsten Jahr im Rathaus die Ausstellung „4074 Tage – Tatorte der NSU-Morde“ zu zeigen, ferner möchten wir mit Ulrike Mosers Buch „1871 – Als wir Deutsche wurden“ einen Blick in die Vergangenheit werfen und schauen, was die diverse Bevölkerung hierzulande verbindet. Passend hierzu haben wir Düzen Tekkal angefragt uns ihr Buch „German Dream – Wie wir ein besseres Deutschland schaffen“ vorzustellen, aber auch das möchten wir erst im Laufe des nächsten Jahres anbieten, wenn hoffentlich wieder mehr Menschen als jetzt teilnehmend zusammenkommen können.

Die AWO Integrationsagentur und die Aidshilfe bieten im Herbst Gruppenangebote und Veranstaltungen zum Oberthema Umgehen mit Vielfalt (sex. Orientierung/geschlechtliche Identität) sowie Antiziganismus an. Außerdem führt SABRA mit der AWO den Workshop „Der böse Blick“ durch. Die Stadtbüchereien bieten verschiedene Literaturveranstaltungen und internationale Erzählcafés an. Der Diakonie-Stadtteilladen führt eine neue Reihe „Menschenskinder“ und Projekte mit dem Tanzhaus NRW durch. Der KDDM möchte verschiedene „Düsseldorfer Freitagsgespräche“ anbieten und plant mit Polizei und AWO Veranstaltungen zum Thema Integration durch Sport. Der Verband deutscher Sinti und Roma gedenkt am 16.12.2020 an den sog. Auschwitz-Erlass vom 16.12.1942 und die Integrationsagenturen führen wohl im nächsten Jahr ihren traditionellen Fachtag durch. Der Jugendmigrationsdienst und die Integrationsagentur der Diakonie berichten über die aktuelle Situation in Syrien, begehen den Gedenktag des Massakers an den Jesiden in Shingal und im März 2021 das Newrozfest im zakk. Der Düsseldorfer Aufklärungsdienst will seine begehrten Humanistischen Salons veranstalten, bei der Park Kultur gibt’s Live Music gegen Rassismus, eine themenverwandte Ausstellung und Natascha Janovskaja berichtet für die CJG aus dem Alltag in der neuen Heimat.
Das Polnische Institut plant am 1.9. eine Veranstaltung zum Antikriegstag aus polnischer Sicht und im Winter eine Ausstellung von Weihnachtskrippen im Hetjensmuseum.
Das KI hat vor Ende August den Missio Fluchttruck nach Düsseldorf zu holen und das Gerhart-Hauptmann-Haus möchte im Herbst eine Ausstellung nebst Begleitprogramm zur Eviankonferenz 1938 unter dem Titel „Hoffnung für Millionen“ zu zeigen. Das Maxhaus plant eine Lesung zu interkulturellen Themen und Mosaik e.V. Veranstaltungen zur Legitimationskrise der Demokratie und rechte Netzwerke im Staatsapparat.

Das Haus der Kulturen begeht im Herbst das Pechakuchafest, zakk und Multikultrelles Forum führen wieder einen Tag der Vielfalt durch, diesmal zum Thema Klima und zakk und Schu Fi Mafi bieten eine Veranstaltung mit dem poetischen Titel „Yalla, Hakaya“ an.
Caritas, Diakonie, Multikulturelles Forum und zakk wollen am 18.12. einen Tag der Migration durchführen, die Gesellschaft Griechischer Autoren öffnet im zakk wieder ein deutsch-griechischer Literatursalon und die Caritas Integrationsagentur möchte eine Veranstaltung zu „Hate Speech“ anbieten.

Die Kunstsammlung NRW möchte vom 26.9. bis 10.1.2021 die Ausstellung „Hito Steyerl“ zeigen, vom 12.9. bis 7.2.2021 die Ausstellung „This is me -Die indisch-ungarische Modernistin Anita Sher-Gil“ und vom 10.10. bis 7.2.2021 die Ausstellung „Open Space. Nichts als die Zukunft“.

Der KPR möchte im Herbst ein Projekt zum Thema Polarisierung sowie eins zum Thema Diskriminierung durchführen. Und zwei markante Aktionstage im nächsten Jahr sind wohl auch schon gesetzt: Der „Tag gegen Rassismus“ am 21.3.2021 (städtische Diversitybeauftragte) und der „Tag des Kriminalitätsopfer“ (KPR).

Alle Angaben sind natürlich ohne Gewähr!

Wir hoffen, euch einen kleinen Vorgeschmack auf das hoffentlich Kommende gegeben zu haben und freuen uns sehr, wenn wir uns alle wohlbehalten und heiter wiedersehen.