Heimatland - Zähne zeigen gegen die Feinde der Demokratie Lesung und Gespräch mit Güner Yasemin Balci
„Ich liebe meine Heimat, meine Sprache, meine Hood, meine Leute und unsere in der Verfassung garantierten Werte, Menschenwürde, Gleichberechtigung, freie Entfaltung der Persönlichkeit. Lange Zeit galten sie als unbestreitbar, heute sehe ich sie bedroht.“ Güner Balcı
- Moderation: Çiğdem Akyol, Journalistin und Autorin
Als türkische „Gastarbeiter“ kamen Güner Balcı Eltern nach Berlin, ins Neuköllner Rollbergviertel, eine brutalistische Großsiedlung mit achteckigen Betonklötzen. Für sie war der Einzug in eine Wohnung mit eigenem Bad ein Meilenstein des Ankommens in der Fremde. Anfang der 1980er-Jahre verwandelte sich jedoch der Kiez, in dem ihre Tochter noch eine unbeschwerte Kindheit erlebte, in einen sozialen Brennpunkt. Die Söhne arabischer Großfamilien beherrschten das Geschehen. Ein reaktionärer Islam machte sich breit, der Mädchen und Frauen die Selbstbestimmung verweigerte.
Güner Balcı, die die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft zu ihrem Lebensthema gemacht hat, erzählt in ihrem Buch „Heimatland“ (Berlin Verlag; 320 Seiten; 24 €) eine Familiengeschichte von Selbstbehauptung und Scheitern, von Freundschaft und Verlust in einem Viertel, das zu ihrem persönlichen und politischen Erfahrungsraum wurde.
Güner Yasemin Balcı ist Journalistin, Schriftstellerin, Filmemacherin und seit 2020 noch bekannter als streit- und nahbare Integrationsbeauftragte für den Berliner Bezirk Neukölln. In ihren Büchern, u.a. „Arabboy – Eine Jugend in Deutschland oder das kurze Leben des Rashid A.“, und „Das Mädchen und der Gotteskrieger“ widmet sie sich vor allem den Zwängen und Geboten, mit denen Jugendliche aus muslimischen Einwandererfamilien aufwachsen.
Für ihre für das ZDF realisierte Reportage „Tod einer Richterin – auf den Spuren von Kirsten Heisig“ wurde sie 2012 mit dem Civis Fernsehpreis ausgezeichnet. 2017 gewann sie mit dem Dokumentarfilm „Der Jungfrauenwahn“ den Bayrischen Fernsehpreis. „Die große Reise – Seyran Ates und der Weg zu einem reformierten Islam“ ist ihr zweiter Dokumentarfilm
Bild: © Jesco Denzel
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Eine Veranstaltung von Düsseldorfer Beiträge „Respekt und Mut“ in Kooperation mit Stadtbüchereien Düsseldorf und VHS Düsseldorf