Aufruf des Düsseldorfer Appells/Respekt und Mut Düsseldorf gegen Antisemitismus, Israelfeindlichkeit und Gewalt


Aufruf des Düsseldorfer Appells/Respekt und Mut zur Mahnversammlung am kommenden Donnerstag, 19. Juli, 17 Uhr, Heinrich-Heine-Platz, Carschhaus-Pavillon

„Düsseldorf gegen Antisemitismus, Israelfeindlichkeit und Gewalt für Demokratie, Toleranz und Vielfalt. In Solidarität und Verbundenheit mit den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern.“

Am späteren Freitagabend des 13. Juli 2018 wurde ein 17-Jähriger in der Altstadt (Neustraße) aufgrund seines jüdischen Glaubens von einer 10-köpfigen Gruppe beleidigt und verletzt. Nach Angaben des Jugendlichen hatten sie „schwarze Haare und schwarze Bärte. Einige von ihnen trugen weiße T-Shirts.“ - Diese Nachricht hat uns schockiert und zornig gemacht!

Dieser feige, widerwärtige antisemitische Übergriff ist der erste dieser Art in Düsseldorf und damit ein Angriff ins Herz unserer Wertvorstellungen von Demokratie, Toleranz und Vielfalt. Die Täter müssen hart bestraft werden und dürfen sich nicht sicher sein, damit durchzukommen. Das gilt für islamistisch motivierte Täter genauso wie für Rechtradikale deutscher Herkunft.
Dagegen muss gewährleistet sein, dass jüdische Bürgerinnen und Bürger unbehelligt und sicher in Düsseldorf leben können.
Es ist furchtbar, dass man diese Selbstverständlichkeit heute wieder extra betonen muss.

Für jeden Düsseldorfer sollte es eine Art „innere Staatsräson“ sein, sich eindeutig gegen jegliche Form von Antisemitismus zu wenden und praktische Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens und der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zu üben.

Erst kürzlich haben wir die Düsseldorfer Erklärung veröffentlicht, in der ein klares Bekenntnis formuliert wurde: „Wir engagieren uns deutlich im Alltag gegen jegliche Formen von Antisemitismus und setzen uns für eine Kultur der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus ein. Erinnern heißt sich solidarisch zu fühlen mit den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern und damit verantwortlich zu sein für Gegenwart und die Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft.“

Wir möchten deshalb am Donnerstag alle teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger einladen, als Zeichen der Verbundenheit eine Kippa oder eine andere angemessene Kopfbedeckung zu tragen.

Lasst uns zusammen ein klares und eindeutiges Zeichen des Miteinanders in Düsseldorf setzen. Kommt daher am 19.Juli in großer Zahl um 17 Uhr zum Heinrich-Heine-Platz!

Düsseldorfer Appell/Respekt und Mut, 17. Juli 2018

Volker Neupert