1871. Als wir Deutsche wurden Lesung und Gespräch


„Franzosen und Russen gehört das Land. Das Meer gehört den Briten. Wir aber besitzen im Luftreich des Traums die Herrschaft unbestritten“ Heinrich Heine.

Foto: Moser c) privat

Als an einem trüben Januartag 1871 in Versailles das Deutsche Reich gegründet wird, stellt sich die Frage, was Deutsch ist, nicht mehr schwärmerisch offen, sondern als dringliche Herausforderung, Zusammenhalt und eine gemeinsame Identität zu schaffen. Das Land ist groß und multikulturell, es gibt kaum etwas, was sein Volk verbindet. Also braucht es eine Erzählung, eine Sinnstiftung und eine Vision.

Ulrike Moser erzählt eindrucksvoll, wie aus Millionen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft eine Nation geformt werden sollte. Von der Rückbesinnung auf eine mythische Vergangenheit, den Entwurf einer verheißungsvollen Zukunft und die Festigung des Selbstbildes durch Abgrenzung.

Ein Unterfangen, dessen Folgen uns bis heute beschäftigen, und dieses Buch zu einem wichtigen Beitrag zur deutschen Reichsgründung macht.

Ulrike Moser ist Historikerin und lebt in Berlin. Sie war Redakteurin der FAZ und der Zeitung Die Woche. Heute schreibt sie vor allem für GEO Epoche. Zuletzt erschien von ihr Schwindsucht. Eine andere deutsche Gesellschaftsgeschichte.

Info: volker.neupert@respekt-und-mut.de, Tel. 0211/95757-794

Eine Veranstaltung von Respekt und Mut und Stadtbüchereien Düsseldorf